Polterfass

Polterfass01Ist man eher der spendable oder doch eher der knauserige Wirt? Macht einem ein Fass mit verdorbenem Inhalt einen Strich durch die Rechnung? Diese Fragen kann uns Polterfass von Andreas Schmidt, erschienen beim Zoch Verlag, beantworten. Das Cover der quadratischen Spielschachtel stammt von Alexander Jung. Ein Karren von einem Schwein gezogen rumpelt auf eine Taverne zu. Die Ladung, bestehend aus Holzfässern, poltert herum und verteilt sich auch auf dem Weg. Das Bild fängt gekonnt die wesentlichen Elemente des Spiels ein und ist dabei sehr ansprechend gelungen.

Polterfass02Die Rückseite der Verpackung zu Polterfass wirkt da schon etwas nüchterner. Wir sehen farbige Spielkarten und einen Würfelbecher, aus dem die Spielfässer heraus purzeln. Der Einstimmungstext in das Spielgeschehen ist in vier Sprachen abgedruckt. Jetzt wird das Würfeln neu erfunden! Echte Fässer poltern aus dem Würfelbecher. Und selbst trockene Gemüter steigern sich in einen wahren Spielrausch. Na dann, hoch die Fässer! - so heißt es auf Deutsch, des Weiteren ist der Text noch auf Englisch, Italienisch und Französisch angeführt. Die technischen Daten des Spiels (3-6 Spieler, 20-30 Minuten, ab 8 Jahren) findet man nicht auf der Rückseite, sondern auf den Deckelseiten abgedruckt.

Material und Spielregel
Polterfass05Wirft man einen Blick in die Spielschachtel sieht man gleich, dass diese ein wenig überdimensioniert für das Spielmaterial zu Polterfass ist, aber letztendlich bekommt man alles ohne Probleme darin verstaut. Zu dem Spielmaterial zählt ein Würfelbecher aus Kunststoff, welcher mit grünem Filz ausgeschlagen ist. Insgesamt 9 kleine Fässer aus Holz sind die zentralen Spielelemente und unterteilen sich in 7 helle Zahlenfässer und 2 dunkle Spezialfässer. Die 48 Spielkarten im normalen Kartenformat unterteilen sich in 6 Sets (blau, gelb, grün, lila, orange und rot) zu je 8 Karten (Zahlenwerte 0 bis 7). 6 originelle Polterfass Bierdeckel, ein Notiz-, bzw. Wertungsblock, sowie die mehrsprachige Spielanleitung runden den Inhalt ab.

Die Spielanleitung beinhaltet die Regeln in den Sprachen Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch. Alle für den Spielablauf wichtigen Punkte sind ausführlich und verständlich beschrieben. Erläuternde Beispiele mit Abbildungen ergänzen die jeweiligen Regelpassagen und lassen erst gar keine Fragen aufkommen.

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Spielziel
Polterfass wird über mehrere Runden gespielt, wem es gelingt 75 oder gar mehr Punkte auf seinem Konto zu verbuchen, der gewinnt das Spiel. Der Zielwert kann natürlich auch vor jeder Partie individuell in der Spielrunde festgelegt werden.

Spielvorbereitung
Wie es sich für ein schnelles Würfelspiel gehört sind auch die Spielvorbereitungen zu Polterfass schnell erledigt. Jeder Spieler bekommt die 8 Karten einer Spielfarbe und einen Bierdeckel. Nun wird noch ein Spieler bestimmt der die Punkte notiert und dann kann der Startspieler auch schon zu Fässern und Würfelbecher greifen und die erste Runde eröffnen.

Spielablauf
Abwechselnd übernehmen die Spieler die Rolle des Wirts, während die anderen Spieler die Gäste sind. Der Wirt würfelt im ersten Wurfe alle Fässer auf seinen Bierdeckel. Hierbei muss mindestens eines der Zahlenfässer zum Stehen kommen. Nun ist es an den Gästen mittels der Spielkarten eine verdeckte Bestellung aufzugeben. Eine Bestellung besteht aus 1 oder 2 Spielkarten, also aus 0 bis 13 Getränken. Haben alle Gäste ihre Bestellung abgegeben entscheidet der Wirt nun, ob er mit den verbleibenden Fässern weiterwürfelt oder den Zapfhahn zudreht und zur Auswertung schreitet.

Mit jedem weiteren Wurf muss der Wirt stehende Fässer erzielen und somit die zur Seite gestellte Menge der ausgeschenkten Fässer erhöhen. Gelingt es dem Wirt nicht, dass mindestens ein Fass aufrecht steht, scheitert der Wirt und geht in dieser Runde leer aus. Daher wird der Wirt versuchen vorher den Zapfhahn zu zudrehen und möglichst viele Punkte zu ergattern. Hat der Wirt sich dazu entschlossen nicht weiter zuwürfeln, werden die Fässer ausgewertet. Stehende Spezialfässer kann der Wirt nun beliebigen Zahlenfässern zuordnen. Die Spezialfässer zeigen das Symbol zur Verdopplung des Zahlenwertes oder ein Fass wird komplett aus der Wertung gestrichen.

Anschließend wird die Zeche gezahlt, alle Gäste decken nun ihre Zahlenkarten auf. Hier können jetzt zwei Fälle eintreten, entweder hat der Wirt genügend ausgeschenkt oder die Gäste waren zu niedrig. Abhängig vom Ausgang werden die Punkte auf dem Notizblock vermerkt. Der nächste Spieler im Uhrzeigersinn ist nun der neue Wirt und nimmt Würfel und Becher an sich. Die Gäste erhalten ihre Zahlenkarten zurück, jetzt beginnt die nächste Runde. Gespielt wird, bis ein Spieler die Punktemarke von 75 Krügen/Punkten erreicht oder überschritten hat. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.

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Fazit
Zocken, bluffen und versuchen die Mitspieler einzuschätzen - das sind wichtige Faktoren bei Polterfass. Das notwendige Quentchen Glück sollte aber man auch noch mitbringen. Das Spielmaterial zu Polterfass erfüllt seinen Zweck, die Spielkarten sind nicht mit grafischen Elementen überladen, sondern beschränken sich auf die gut zu lesende Zahlenwerte. Schön gemacht sind gerade die kleinen Fässer, wenn diese im Würfelbecher rumpoltern und man innigst hofft, dass wenigstens eines davon auf dem Bierdeckel zum stehen kommt, dann macht das richtig Spaß. Zu laut ist das Geräusch, das dabei entsteht, auch nicht.

Polterfass12Dass alles problemlos in die Spielschachtel passt habe ich ja schon weiter oben erwähnt. Ein kleines Problem gibt es hierbei allerdings. Leider steht der Würfelbecher meines Exemplars einige Millimeter (geschätzt 2-3 mm) über. Hat man einige Partien gespielt und trennt sich von den Ergebniszetteln, tritt dieses Problem nicht mehr auf.

Die Spielregel zu Polterfass ist, wie bei Spielen von Zoch üblich, gut strukturiert und verständlich geschrieben. Die zahlreichen Abbildungen veranschaulichen das Geschriebene sehr gut und nehmen auf jeder Eventualität bezug. Bereits nachdem der zweite Spieler der Wirt war sollte man die Regeln verinnerlicht haben. Der Spaß bei Polterfass steigt mit der Anzahl der Mitspieler.

Während eines Spieleabends zu viert sind schnell aus einer Partie gleich drei geworden. Erst hieß es von einer Mitspielerin: "Nur noch was kurzes, dann muss ich aber wirklich gehen." ... und dann hieß es, "Das ist toll, können wir noch eine Partie spielen?"... und dann gab es sogar noch eine dritte Obendrauf, das beste Zeichen, dass das Spiel allen gefallen hat.

 

Ich danke dem Zoch Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares

Spiel: Polterfass
Autor: Andreas Schmidt
Grafik: Alexander Jung
Verlag: Zoch Verlag
Anzahl: 3-6 Spieler
Alter: ab 8 Jahre
Dauer: ca. 20-30 Minuten
Jahr: 2013
Preis: ca. 16 Euro (Stand 06.10.2014 - Spiele-Offensive.de)

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