Die Arena von Tash-Kalar

TashKalar01 Ganz unbekannt ist Vlaada Chvátil, der Autor von Die Arena von Tash-Kalar (Heidelberger Spieleverlag) sicher nicht. Einige seiner Spiele (Galaxy Trucker, Dungeon Lords, Dungeon Petz, Pictomania und Mage Knight - Das Brettspiel) befinden sich auch in meinem Spielregal und werden immer wieder gerne gespielt. Ein weiteres in Vielspielerkreisen sehr bekanntes Spiel ist Im Wandel der Zeiten - Eine Geschichte der Zivilisation.

TashKalar02Die Rückseite der Spielschachtel liefert einen guten Überblick über den Schachtelinhalt. Fast das gesamte Spielmaterial wird in Abbildungen gezeigt, außerdem gibt es eine Liste des Spielmaterials. Der Text liefert zudem Hinweise auf das Spielgeschehen. Auch die technischen Daten (2-4 Spieler, ab 13 Jahren, ca. 30 Minuten) werden dort genannt.

Material und Spielregel
TashKalar16In der Spielschachtel befinden sich ein doppelseitiger Arena-Spielplan und 4 doppelseitige Punktezählleisten aus stabilem Karton. In den 4 Spielfarben Rot, Blau, Gelb und Grün gibt es jeweils 17 Papp-Spielsteine und 3 Legenden-Papp-Spielsteine. Die insgesamt 120 Spielkarten sind im "normalen" Format. Hierzu zählen 84 Wesenkarten (jeweils 18 für die Highland-, Sylvaner-, Südliche Imperiale und Nördliche Imperiale Schule und 12 Legenden), 24 Zielkarten und 12 Leuchtfeuerkarten.

Des Weiteren gibt es ein 12-seitiges DIN A4 Heft mit Ausführlichen Regeln und ein etwas dickeres DIN A4 Blatt mit den Kurzregeln. Die deutschen Spielregeln können sowohl auf der Seite von Czech Games Edition unter Downloads als auch auf der Internetseite des Spiels tash-kalar.com unter Links heruntergeladen werden.

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Spielziel
Je nach Spielerzahl und gewählter Spielform unterscheiden sich auch die Ziele. So laufen das Duell und die Schlacht darauf hinaus, dass fremde Spielsteine in der Arena zerstört werden und auf diese Weise Punkte liefern. In der erhabenen Form geht es jedoch um die Erfüllung von Zielen und um Punkte, die es dafür gibt. Am Ende gewinnt der Spieler oder das Team mit den meisten Punkten

Spielvorbereitung
TashKalar25Die Spielvorbereitungen sind recht schnell erledigt. Zunächst muss man sich für die Spielform entscheiden und den Plan entsprechend auf den Tisch legen. Die Leuchtfeuer- und Legendenkarten bilden verdeckte Nachzugstapel. Bei der Erhabenen Form kommen Ziele hinzu. Drei Zielkarten werden offen ausgelegt. Beim Duell und der Schlacht benötigt man dagegen Zählleisten.

Jeder Spieler wählt eine Schule aus und bekommt sowohl die Karten als auch die zugehörigen Spielsteine. Jeder Spieler beginnt mit 3 Karten der eigenen Schule, 2 Legenden- und einer Leuchtfeuerkarte.

Spielablauf
TashKalar26Die verschiedenen Spielformen unterscheiden sich in der Zielsetzung, jedoch nicht im Ablauf des jeweiligen Spielzuges. Üblicherweise hat der aktive Spieler 2 Aktionen pro Zug. Als Aktion zählen das Legen eines Rekruten auf das Spielfeld und das Beschwören eines Wesens. Wesen werden beschworen, indem eine Karte ausgespielt wird, die die Bedingungen für die Beschwörung angibt und den Ort des beschworenen Wesens zeigt. Dabei muss es auf dem Feld nicht genau so aussehen wie auf der Karte abgebildet, auch gespiegelte und/oder gedrehte Varianten sind möglich.

TashKalar27Durch die Beschwörung wird nicht nur die eigene Truppe vergrößert oder aufgewertet, auch gegnerische Steine können so direkt zerstört werden, sofern die Ränge passen. Zusätzlich hat das beschworene Wesen einen Effekt, beim Herold dürfen beispielsweise bis zu 2 Bewegungen ausgeführt werden. Am Ende des Spielzugs wird die Kartenhand wieder aufgefrischt. Das Spiel endet, wenn die Endbedingung der jeweiligen Spielform eintritt oder nicht mehr die erforderlichen Karten nachgezogen werden können. Nachdem jeder Spieler noch einen letzten Zug hatte wird der Sieger ermittelt.

Bei den Vernichtungsspielen Duell und Schlacht geht es darum, die gegnerischen Steine zu zerstören. Für einen Punkt auf der Punkteleiste benötigt man einen zerstörten Helden oder zwei zerstörte Rekruten. Für Legenden gibt es sogar 2 Punkte. Beim Duell gewinnt der Spieler, der als erstes 18 Punkte erreicht. In der Schlacht werden die Punkte für jeden Gegenspieler extra gezählt. Die Schlacht endet, wenn ein Spieler für einen Gegenspieler mehr als 9 Punkte erreicht. Die Endpunktzahl, die aber schließlich über den Sieg bestimmt, ist immer der niedrigere der zwei Werte auf der Skala.

TashKalar24In der Erhabenen Form können zwar auch gegnerische Steine zerstört werden, aber primär geht es um das Erfüllen der ausliegenden Aufgaben. Wurde eine Aufgabe erfolgreich gelöst, beispielsweise ein gegnerischer Stein von mindestens 7 eigenen Steinen umgeben, so nimmt der Spieler diese Karte an sich und eine neue Karte wird ausgelegt. Sobald ein Spieler mehr als 9 Punkte hat endet das Spiel. Zusätzlich zu den Karten bringt auch jede eigene Legende in der Arena einen Punkt.

 

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Fazit
Viel muss ich zum Spielmaterial nicht sagen. Es ist in vernünftiger Qualität, Schwachpunkt ist eher das Pappinnenleben der Spielschachtel. Bei den Spielkarten gefällt mir die große und somit gut lesbare Schrift gut. So habe ich auch während des Spiels keine Probleme den Text zu lesen.

In der Ausführlichen Regel wird zunächst das Spielmaterial erklärt und erst anschließend auf die Spielregel selbst eingegangen. Beispiele und erläuternde Abbildungen sind ebenfalls vorhanden. In der Kurzregel finden sich alle wichtigen Punkte wieder. Die verschiedenen Spielformen sind unterschiedlich farbig unterlegt, zudem gibt es eine Kennzeichnung in einer kleinen Seitenspalte. Wenn man die Ausführliche Regel erst einmal gelesen und verstanden hat, ist in weiteren Partien nur noch die Kurzregel nötig.

Die Regeln selbst sind einfach und daher auch schnell erklärt. Entweder einen Rekruten legen oder ein Wesen beschwören und dessen Fähigkeit ausführen, mehr gibt es nicht. Einziges Problem ist die Vorstellung beim Beschwören, wie denn die für die Beschwörung nötigen Plättchen liegen müssen, denn gedrehte und gespiegelte Varianten sind auch erlaubt. Für den Einen und Anderen in meinen Spielrunden war das schon eine Hürde. Viele Möglichkeiten zur Beschwörung wurden so übersehen.

Bei Tash-Kalar kann es durchaus sein, dass man mit Pauken und Trompeten untergeht. Mir ist es in einer Zweierpartie der erhabenen Form so gegangen. Die einfachen "Erfolgskarten" wurden mir immer vor der Nase weggeschnappt, sodass ich keinen einzigen Punkt gewinnen konnte. Sowas kann dann schon frustrieren. Je nach Mentalität heißt es dann "Auf ein Neues" oder "Nie wieder".

Durch die Punktewertung in der Schlacht, dass nicht die meisten, sondern die wenigsten Punkte auf der Skala am Ende gewertet werden, wird versucht ein "Alle auf Einen" Spiel zu verhindern. Denn es nützt einem letztendlich wenig, wenn immer nur auf die Kämpfer eines Spielers vorgegangen wird. Trotzdem kann es natürlich passieren, dass ein Spieler nur noch die Möglichkeit hat, Rekruten in die Arena zu schicken, und keine Wesen mehr beschwören kann. Wirklich Spaß macht das dann auch nicht.

Aber meistens waren das eher die Ausnahmen, und nicht die Regel. Je öfter man spielt, desto mehr schult man auch den eigenen Blick für die Möglichkeiten, die sich einem bieten.

Mir persönlich hat Tash-Kalar zu Zweit, sei es in der Erhabenen Form oder als Duell, am meisten Spaß gemacht. Das Team Spiel gefällt mir nicht wirklich, und in der Schlacht kann man mit steigender Spielerzahl zwar planen, aber zum Beschwören hat es zumindest bei mir dann nicht gereicht, da meine Rekruten den anderen zum Opfer fielen.

 

Kleine Anmerkung am Rande: In der Spielregel wird dieses Spiel immer Tash-Kalar genannt. Sucht man jedoch mit dieser Bezeichnung auf der Seite der Heidelbären nach weiteren Informationen, so heißt es Keine Spiele gefunden!. Erst mit dem vollständigen Titel Die Arena von Tash Kalar kommt es zu einem Treffer, allerdings auch nur, wenn man Tash Kalar statt Tash-Kalar schreibt.

 

Ich danke dem Heidelberger Spieleverlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares


Spiel: Die Arena von Tash-Kalar
Autor: Vlaada Chvátil
Illustration: David Cochard
Verlag: Heidelberger Spieleverlag, Czech Games Edition
Anzahl: 2-4 Spieler
Alter: ab 13 Jahre
Dauer: ca. 30 Minuten
Jahr: 2013
Preis: ca. 34,95 Euro (UVP Heidelberger, Stand 13.04.2014)

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