Mogel Motte

MogelMotte01 Mogel Motte ist ein kleines Kartenspiel aus dem letzten Jahr (2011), bei Drei Magier Spiele erschienen, und dieses Jahr auf der Nominierungsliste zum Kinderspiel des Jahres 2012 gelandet. Das Besondere an diesem Kartenspiel ist, dass Schummeln hier nicht nur erlaubt, sondern auch nötig ist. Erwähnenswert ist sicher auch das Alter der Autoren, es handelt sich nämlich um Kinder, und zwar Emily und Lukas Brand.

Die Mogel Motte findet sich gleich zweimal auf dem Cover, zum einen als Spieltitel über dem Schriftzug Schummeln Erlaubt!, zum anderen als Bild.

MogelMotte02Mogeln ist verboten? Nicht bei diesem frechen Kartenspiel! Hier gilt es, durch cleveres Ablegen und geschicktes Schummeln als Erster seine Karten loszuwerden. So kann man auf der Rückseite der Schachtel in fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch und Italienisch) lesen. Die abgebildeten Spielkarten geben einen ersten Eindruck vom Spielmaterial. Auch die technischen Daten (3-5 Spieler, ab 7 Jahren, ca. 15-25 Minuten) haben noch Platz auf der kleinen Spielschachtel gefunden.

Material und Spielregel
MogelMotte03In der Spielschachtel befinden sich 72 Spielkarten in der "normalen" Kartengröße mit einer einheitlichen Rückseite. Bis auf die Karte Wächter-Wanze haben alle Karten Zahlen in den Ecken. Es gibt 20 Aktionskarten, die aus jeweils 5 Karten Spinne, Mücke, Kakerlake und Ameise gebildet werden, 43 Zahlenkarten und 8 Mogel-Motten.

Das Anleitungsheft ist der Packungsgröße angepasst und besteht aus 32 Seiten. Da die Anleitung, wie die Rückseite der Spieleschachtel schon vermuten ließ, in fünf Sprachen abgedruckt ist, umfasst die deutsche Spielregel also gerade einmal 6 Seiten. Sie ist gut strukturiert und umfasst die Abschnitte Material, Spielidee, Spielvorbereitung, Spielverlauf mit Erläuterung der unterschiedlichen Karten, Ende der Runde und Spielende. Abbildungen der Karten und ein Beispiel unterstützen die Erklärungen.

Spielziel
Die Handkarten so schnell wie möglich loswerden und sich dabei nicht beim Mogeln erwischen lassen, denn am Ende jeder Runde werden Minuspunkte für die Karten verteilt, die man noch auf der Hand hat. Der Spieler mit den wenigsten Minuspunkten nach allen Runden gewinnt schließlich.

Spielvorbereitung
Der älteste Spieler wird zum Aufpasser und legt die Wächter-Wanze offen vor sich ab. Die verbleibenden Karten werden gemischt und jeder Spieler erhält 8 Karten. Die übrigen Karten bilden einen verdeckten Nachziehstapel, von dem nun eine Karte aufgedeckt wird.

Spielablauf
Die Anzahl der Spieler bestimmt die Anzahl der Runden die gespielt werden. Die Spieler sind reihum am Zug. Der aktive Spieler muss eine Karte ablegen, die um eine Zahl höher oder niedriger als die oberste Karte des Ablagestapels ist. Kann keine passende Karte, egal ob Zahlen- oder Aktionskarte, abgeworfen werden, so muss eine Karte vom Nachziehstapel gezogen werden. Der Spieler mit der Wächter-Wanze muss seine Mitspieler genau im Auge behalten, schließlich ist er der Aufpasser.

Beschuldigt er einen Mitspieler zu Recht des Mogelns, muss dieser die Karte, die weggemogelt werden sollte, wieder auf die Hand nehmen. Außerdem darf er dem Mitspieler eine seiner eigenen Handkarten sowie die Wächter-Wanze geben.

Beschuldigt er einen Mitspieler zu Unrecht, so muss er eine Karte vom Nachziehstapel ziehen.

Die unterschiedlichen Tiere auf den Aktionskarten stehen für verschiedene Aktionen, die beim Ausspielen dieser Karten möglich sind.

  • Spinne: Der aktive Spieler darf eine seiner Handkarten einem Mitspieler geben.
  • Mücke: Alle außer dem aktiven Spieler schlagen schnellstmöglich auf die Mückenkarte. Der langsamste Spieler bekommt von seinen Mitspieler jeweils eine Handkarte.
  • Kakerlake: Alle Spieler legen gleichzeitig eine beliebige Zahlenkarte mit dem gleichen Wert darauf, aber nur der schnellste darf seine Karte liegen lassen.
  • Ameise: Außer dem aktiven Spieler müssen alle Spieler eine Karte vom Ablagestapel nehmen.

Die Mogel-Motte allerdings darf weder ausgespielt noch verschenkt werden. Sie muss "anders" losgeworden werden. Mogeln, beispielsweise eine Karte in den Ärmel schieben, ist hier notwendig, es sei denn die Wächter-Wanze liegt vor einem, denn dann muss ehrlich gespielt werden, dafür darf man die Mogel-Motte ganz legal ablegen.

Die Runde endet, sobald ein Spieler seine letzte Handkarte abgeworfen hat. Karten auf der Hand bedeuten Minuspunkte, und zwar einen für jede Zahlenkarte, 5 für jede Aktionskarte und 10 für jede Mogel-Motte. Die Minuspunkte werden für jeden Spieler notiert. Wer nach der letzten Runde die wenigsten Minuspunkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

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Fazit
Das Spielmaterial ist völlig in Ordnung, die Zahlen auf den Spielkarten gut lesbar und in allen vier Ecken vorhanden, so dass sowohl Rechts- wie auch Linkshänder keine Probleme haben. Auch die einzelnen Kartenarten lassen sich gut unterscheiden. Die Spielanleitung ist gut lesbar und verständlich, zum Glück ist die Schrift dort größer als auf der Schachtelrückseite. Die Grafiken sind sicher Geschmacksache und erinnern an Tarantel Tango.

Bei Mogel Motte ist ein konzentriertes Spiel nötig. Es muss schließlich auf jede Kartenart anders reagiert werden und falsche oder fehlende Reaktionen werden bestraft. Gleichzeitig wird aber auch Geschicklichkeit groß geschrieben, schließlich soll die Wächter-Wanze, bzw. deren Spieler, nicht merken was so mit den Karten passiert.

Ich muss gestehen, mein Spiel ist Mogel Motte nicht. Ich bin zu langsam in der Reaktion, zu ungeschickt beim Verschwinden lassen von Karten und auch noch zu blind als Wächter-Wanze. Zum einen mag ich nicht mogeln und zum anderen meine Karten nicht "so" behandeln. An meinen Mitspielern habe ich aber gesehen, dass Mogel Motte auch Spaß machen kann.

 

Ich danke Drei Magier Spiele für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares

Spiel: Mogel Motte
Autor: Emely + Lukas Brand
Illustration: Rolf Vogt
Verlag: Drei Magier Spiele
Anzahl: 3-5 Spieler
Alter: ab 7 Jahre
Dauer: ca. 15-25 Minuten
Jahr: 2011
Preis:
ca. 8,50 Euro (Stand 03.08.2012)

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