Jäger + Späher

JaegerSpaeher01Es ist schon merkwürdig, jedesmal wenn ich mich mit dem Spiel Jäger und Späher befasse, dann schleicht sich der Spieltitel Jäger und Sammler in meine Gedanken. Liegt es daran, dass mir der Ausdruck "Jäger und Sammler" einfach geläufiger ist? Wie dem auch sei, auch bei Jäger und Späher tauchen wir ein in die Steinzeit. Jäger und Späher ist ein Zweipersonenspiel und beim Kosmos Verlag erschienen. Autor des Spiels ist Gerhard Hecht, der mit Jäger und Späher nach dem Spiel Kashgar nun sein zweites Spiel veröffentlicht hat.

Wendet man einmal die Verpackung, dann bekommt man auf der Rückseite einen ersten Eindruck vom Spiel und dem verwendeten Spielmaterial vermittelt. Jäger und Späher versetzt die Spieler in die SteinzeitJaegerSpaeher02. Dein Stamm braucht Nahrung. Bei Tagesanbruch schickst du deine besten Jäger in eure Jagdgebiete. Vielleicht erlegen sie heute einen Höhlenbären. So lautet die Prämisse für das Spiel. Dabei richtet sich Jäger und Späher an Planer, während der Glücksfaktor eine eher untergeordnete Rolle ein nimmt. Weiterhin sehen wir die ersten Spielkarten, Figuren und Hungerplättchen abgebildet. Eine komplette Auflistung des Inhalts gibt es, wie bei Spielen von Kosmos üblich, ebenfalls auf der Rückseite. Die technischen Daten (2 Spieler, ab 12 Jahren, ca. 60 Minuten) finden sich nicht nur auf der Rückseite des Spiels, sondern auch auf den umlaufenden Seiten des Deckels abgedruckt.   

Material und Spielregel
JaegerSpaeher03Das Spielmaterial zu Jäger und Späher besteht aus 99 Spielkarten im normalen Kartenformat, sowie 1 Siegpunkttafel aus Karton, aus Holz gefertigt sind die 10 Spielfiguren, 2 Siegpunktsteine und  30 Verbrauchssteine. Die 16 Hungerplättchen sind aus stabilem Karton und müssen vor dem ersten Spiel aus dem Stanzbogen gelöst werden. Die sechsseitige Spielregel komplettiert den Inhalt der Spielschachtel.

Die wichtigsten Abschnitte in der Spielregel sind Spielidee und Spielziel, Einführungsspiel, Spielende und Das normale Spiel. Wenn es noch etwas herausfordender sein darf, dann empfiehlt sich laut Spielregel noch die Die Überlebenskampf-Variante. Alle Abschnitte sind klar formuliert und lassen keine Fragen offen. Zur Verdeutlichung wurden entsprechende Bilder herangezogen, auf erläuternde Beispiele wurde bei Jäger und Späher verzichtet.

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Spielziel
Der Spieler, der bei Spielende die meisten Siegpunkte auf seinem Konto hat, gewinnt das Spiel. Siegpunkte gibt es während des Spiels von einzelnen Ressourcen-Karten, für die Erschaffung von Gegenständen und während einer Sonnenuntergangswertung.

Spielvorbereitung
JaegerSpaeher11Zunächst verständigt man sich darauf, ob man ein Einführungsspiel, ein normales Spiel oder die verschärfte Variante spielen möchte. Jeder Spieler erhält einen Startkartensatz an Charakterkarten, ein oder zwei Gegenstandskarten, zwei Hungerplättchen, eine Sonnenuntergangskarte, die je nach gewählter Variante, auf die passende Seite gedreht wird und seine ersten Stammesmitglieder. In der allgemeinen Auslage werden die Siegpunktetafel, Wildnis-, Jagdgebiet- und Gegenstandskarten, sowie drei Reihen an Charakterkarten ausgelegt. Die Siegpunktetafel wird noch mit einem Stammesmitglied je Spieler und einem Siegpunktestein bestückt. Die Verbrauchssteine und Hungerplättchen bilden mit den restlichen Stammesmitgliedern einen allgemeinen Vorrat. Je nach gewählter Variante kommen auch noch Heilige Orte-Karten ins Spiel.

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Spielablauf
JaegerSpaeher07Bei Jäger und Späher sind beide Spieler abwechselnd am Zuge. Während seines Zuges muss sich der aktive Spieler für eine von drei Optionen entscheiden. Option A bedeutet, dass der Spieler eine Charakterkarte von der Hand ausspielt und die Anweisung der Karte befolgt. Mit Hilfe dieser Option setzt man unter anderem eigene Stammesmitglieder auf den Ortskarten (Wildnis, Jagdgebiet) ein, bringt neue Ortskarten ins Spiel, und/oder deckt Ressourcen auf den Ortskarten mit Verbrauchssteine ab. Eine ausgespielte Charakterkarte wird anschließend an der kürzesten Reihe der ausliegenden Charakterkarten angelegt.

Mit Option B holt man seine Stammesmitglieder von den Ortskarten wieder zurück in sein Lager. Jedes Stammesmitglied, das man zurückholt, bringt eine der abgebildeten Ressourcen mit zurück. Diese Ressourcen müssen sofort verbraucht werden und zwar zum Beispiel entweder um Hungerplättchen abzugeben, oder um Gegenstände anzufertigen. Zur Herstellung einer Lehmfigur benötigt man zum Beispiel Lehm und Früchte. Bringt man beide Ressourcen ins Lager, kann man die Gegenstandskarte Lehmfigur auslegen. Hierfür gibt es einen Siegpunkt und eine neue Gegenstandskarte als Belohnung. Mitgebrachte Ressourcen werden mit Verbrauchssteinen abgedeckt. 

Die dritte Option C, der Sonnenuntergang, erlaubt es dem aktiven Spieler eine Zwischenwertung durchzuführen. In der Zwischenwertung gibt es Siegpunkte (diese können auch negativ ausfallen), neue Hungerplättchen (der Stamm will ernährt werden) und man darf sich von den drei ausliegenden Charakterkartenreihen seine neue Kartenhand zusammenstellen. Es dürfen jedoch nur freiliegende Charakterkarten gewählt werden.

Das Spielende tritt ein, wenn es einem Spieler gelingt mindestens 24 Siegpunkte zu erlangen. Die aktuelle Runde wird dann noch zu Ende gespielt, so dass jeder Spieler gleich oft an der Reihe war. Der Spieler, der nach Abschluss dieser Runde die meisten  Siegpunkte hat, gewinnt das Spiel.

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Fazit
Jäger und Späher verfügt über schönes Spielmaterial und einen gelungenem Spielmechanismus. Dank der Illustrationen von Franz Vohwinkel und den passenden Grafiken von Imelda Vohwinkel werden das Setting Steinzeit und das Motto Überlebenskampf sehr schön eingefangen und transportiert. Die Spielanleitung beschreibt die einzelnen Spieloptionen sehr gut und beantwortet alle Fragen die eventuell aufkommen könnten. Das Fehlen von Beispielen fällt nicht ins Gewicht.

Mit den drei Varianten Einführungsspiel, normales Spiel und Überlebenskampf bekommt man drei Schwierigkeitsgrade geboten. Je nach Vorliebe der Spieler kann man die Anforderungen an die Partie somit variieren. Wobei das Einführungsspiel gut ist, um das eigentliche Spielprinzip kennen zulernen, weitere Partien werden dann eher als normales Spiel absolviert. Da beide Spieler bei Jäger und Späher um die ausliegenden Ressourcen konkurrieren, kann es wissentlich, aber auch unwissentlich dazu kommen, dass ein Spieler dem anderen seine nächsten Spielzüge beeinflusst. Dank der Heiligen Orte-Karten, die ebenso zufällig ausgewählt werden wie die besonderen Charakterkarten, bleibt Jäger und Späher abwechslungsreich. Jede Kartenkonstellation verlangt, dass die Spieler ihre Spielweise darauf ausrichten. Außerdem gilt es den Mitspieler im Auge zu behalten. Nichts ist ärgerlicher, als wenn der Mitspieler das Spiel beendet und einem selbst eventuell kein Spielzug mehr zusteht.

Mir hat Jäger und Späher gut gefallen, das Spiel lässt sich zügig spielen, hält eine gewisse Ärgerkomponente parat und verlangte ein gewisses Maß an Planung. Im Grunde genau die Mischung, die ich von so einem Spiel erwarte.

 

Ich danke dem Kosmos Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares

Spiel: Jäger + Späher
Autor: Gerhard Hecht
Illustration: Franz Vohwinkel
Verlag: Kosmos Verlag
Anzahl: 2 Spieler
Alter: ab 12 Jahre
Dauer: ca. 60 Minuten
Jahr: 2014
Preis: ca. 15,99 Euro (UVP Kosmos, Stand 26.09.2015)

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