| Chez Cthulhu |
| Donnerstag, 01. Juli 2010 um 13:01 Uhr | |
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Mit Chez Cthulhu hat das preisgekrönte Chez Geek einen neuen Verwandten bekommen, der in seiner deutschen Version bei Pegasus Spiele und in der englische Originalversion bei Steve Jackson Games erschienen ist. Man sollte sich schon einige Zeit nehmen, um das Cover der kleinen Spielschachtel anzusehen, denn soviel gibt es dort zu entdecken. Ein Mensch in einem T-Shirt mit der Aufschrift "Mich frisst er zuletzt" fällt als erstes ins Auge, rechts und links von ihm wimmelt es nur so von Wesen, die nicht unbedingt menschlichen Ursprungs sind. Auch wenn ich mit diesen Wesen als "Nicht-Cthulhuist" (das Wort gibt es vermutlich gar nicht) nichts anfangen kann, neugierig auf den Inhalt der Schachtel macht es auf jeden Fall. Zumindest bei mir. Doch
Material und Spielregel
Die Spielregel besteht aus einem
4-seitigem, farbigen, zusammengefalteten DIN A4 Heft. Im ersten Abschnitt Was ist Slack? erfährt man, worum es bei Chez Cthulhu grundsätzlich geht. Danach folgen die Punkte Spielinhalt, Spielablauf, Das Spiel gewinnen und Zusätzliche Regeln und
Definitionen. Die Spielregel ist strukturiert, die Beispiele sind
farblich hervorgehoben und es gibt erläuternde Grafiken.
Spielziel Spielvorbereitung Spielablauf
Jederzeit - Karten dürfen jederzeit gespielt werden, es sei denn der Kartentext verbietet dieses. Gewonnen hat derjenige, der zuerst sein Slackziel, d.h. die auf seiner Jobkarte angegebenen Slackpunkte erreicht hat.
Unterschiede zu Chez Geek Bei Chez Cthulhu kommt noch eine neue Spielmechanik hinzu. Wahnsinn! Auch wenn es im Pegasus Weekly 22/23 (neuere Informationen habe ich auf der Seite bisher leider nicht gefunden) bei Chez Cthulhu heißt: Chez Cthulhu kombiniert das Chez Geek-Spielsystem mit Lovecrafts Großen Alten und fügt mit den Geisteskrankheiten eine neue Spielmechanik hinzu. Das stimmt und das stimmt nicht. Die Spielmechanik gibt es, im Spiel wird nur auf den Begriff Geisteskrankheit verzichtet und immer nur von Wahnsinn gesprochen. Für das Spielverständnis sicher besser. Richtiger im Sinne von Cthulhu wäre wohl so etwas wie: Wenn die geistige Stabilität sinkt, kann ein Charakter Geisteskrankheiten bekommen und das ganze gipfelt dann quasi im Wahnsinn. Und bevor ich ob der unterschiedlichen Begrifflichkeiten noch selbst wahnsinnig werde, wende ich mich lieber wieder dem Spiel selbst zu.
Chez Cthulhu ist ein eigenständiges Spiel, mit einigen Regeländerungen lässt es sich durchaus mit den meisten anderen Spielen der Chez Geek Reihe kombinieren. Fazit Die Spielkarten sind von guter Qualität, die Bilder auf den Karten sind wirklich witzig und lassen nicht nur Cthulhu Kenner schmunzeln. Auch den Total witzigen Atmosphäre-Text ohne Spielwert sollte man dabei beachten. Es lohnt sich meist! Die Spielregel ist klar strukturiert, die Beispiele und Abbildungen verdeutlichen die Regeln zusätzlich. Einziger Kritikpunkt ist das Fehlen von Markern für Slackpunkte. Gut, es reicht auch aus, wenn man nur die "veränderlichen" Werte kennzeichnet (man könnte vielleicht dazu die Wahnsinnsmarker benutzen), aber meist taucht ab einer bestimmten Zeit die Frage auf: Wieviel Slackpunkte hast du denn? Daher empfehle ich die alternative Regel zum Markieren von Slack: Jeder legt zu Beginn des Spiels die dem jeweiligen Slackziel entsprechenden Anzahl Slack-Marker aus und markiert damit im Verlauf des Spiels seine ausgelegten Karten. Dann kann man jederzeit sehen, wieviel Slackpunkte dem jeweiligen Spieler zum Sieg noch fehlen. Allerdings sollte man hierbei den Wahnsinn ebenfalls im Auge behalten. Und bei einem anderen Job natürlich auch das eventuell veränderte Slackziel beachten. Der Wahnsinn bringt einen interessanten Aspekt ins Spiel, da nicht allein das Erreichen der auf der Jobkarte abgedruckte Slackziel den Sieg bestimmt, sondern man auch immer den Grad des Wahnsinns im Auge haben muss. Will man selbst vom Wahnsinn profitieren und vollkommen durchgeknallt sein, oder versucht man normal zu bleiben? Bei meinen Spielen hat sich gezeigt, dass alle Spieler so viel Wahnsinn wie möglich anstrebten. Es ist also weniger die Möglichkeit, normal zu bleiben, als die Geschwindigkeit des Wahnsinnig werdens, die letztendlich über Sieg und Niederlage entscheidet. Dadurch bietet sich der Wahnsinn geradezu an, um seine Mitspieler zu ärgern, denn mit Karten wie Älteres Zeichen kann man den Wahnsinn eines beliebigen Spielers entfernen oder durch Weitergeben der Karte Line Dance die eigenen Wahnsinn-Marker mit denen des neuen Kartenbesitzers tauschen, allerdings auf Kosten von 2 Slackpunkten. Nur "mässig Verrückte" hatten in meinen Runden keine Chance auf einen Sieg, die Versuche normal zu bleiben und zu siegen sind auch nicht gelungen. Zu zweit mach Chez Cthulhu schon Spaß, aber wie die Konflikte in echten Wohngemeinschaften mit zunehmender Bewohnerzahl meist steigen, so ist auch ein Spiel mit steigender Mitspielerzahl interessanter, weil einfach mehr Möglichkeiten des Ärgern und geärgert werden vorhanden sind. Chez Cthulhu ist ein Kartenspiel, daher ist es nicht verwunderlich, dass das Glück eine große Rolle spielt, denn schließlich weiß niemand, welche Karte das nächste Mal gezogen wird. Aber gerade das Unberechenbare ist in meinen Augen das Faszinierende an diesem Kartenspiel. Wer von Chez Geek begeistert war, kann bedenkenlos bei Chez Cthulhu zugreifen. Aber auch Freunde von H. P. Lovecrafts Cthulhu oder Fans von John Kovalic sollten sich das Spiel ansehen. Es spart nicht mit Anspielungen und ruft meist ein Schmunzeln hervor. Vielen Dank an Pegasus Spiele für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Spiel: Chez CthulhuAutor: Steve Jackson Illustration: John Kovalic Verlag: Pegasus Spiele Anzahl: 2-5 Personen Alter: ab 12 Jahre Dauer: ca. 45-60 min Jahr: 2010 Preis: ca. 12 Euro (Stand 24.06.2010) |
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| Aktualisiert ( Donnerstag, 01. Juli 2010 um 13:39 Uhr ) |
Termine
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07.09.2010 | 19.30
37. Inoffizieller Königs... -
21.09.2010 | 19.30
38. Inoffizieller Königs... -
28.09.2010 | 19.30
39. Inoffizieller Königs... -
05.10.2010 | 19.30
40. Inoffizieller Königs... -
21.10.2010 - 24.10.2010
Spiel 2010

